Brief unseres HSV-Präsidenten

Unser HSV-Präsident Gerald Florian nimmt zur aktuellen Situation Stellung.

Liebe Mitglieder und Freunde des HSV Triathlon Kärnten!

Auf Grund des aktuellen Lock-Downs, haben wir bereits unser Trainingsangebot für unseren HSV-Nachwuchs angepasst und versuchen ausfallende Trainingseinheiten mit Online-Trainings und Online-Workshops so weit wie möglich zu kompensieren. Da wir wissen, wie wichtig die sportliche Betätigung aber vor allem die dabei gelebte Gemeinschaft und die sozialen Kontakte für unsere Kids sind, bedauern wir die aktuelle Situation natürlich außerordentlich! Verglichen mit den aktuellen Herausforderungen für unsere Gemeinschaft, für die staatliche Gesellschaft und letztlich für unser Gesundheitssystem sind diese Einschränkungen aber lediglich verschmerzbare Nebengeräusche.
Mit großer Sorge verfolge ich die aktuelle Diskussion zum Thema „Impfung”, jene über die gesellschaftliche Verantwortung des Einzelnen und vor allem jene, über die Spaltung unserer Gesellschaft. Aus diesem Grund finde ich es auch angebracht, persönlich zu diesen Thema Stellung zu beziehen.
Ich selbst bin vollständig geimpft, meine gesamte Familie ist vollständig geimpft und die meisten meiner Freunde sind ebenfalls vollständig geimpft. Einige meiner Freunde sind aber nicht geimpft und mit einigen habe ich auch über das Thema diskutiert! Wieder einige davon haben sich in der Folge aus anderen, oft auch aus sehr profanen Gründen wie Zutrittsmöglichkeiten, impfen lassen, andere aber eben nicht. Wir sind aber alle Freunde geblieben, da jede Entscheidung im Bereich der körperlichen Integrität, mag sie auch objektiv nicht immer nachvollziehbar sein, aus höchstpersönlichen Gründen getroffen wird und daher auch zu respektieren ist. Wer welche Fehler in der Kommunikation gemacht hat, ob etwas verfassungsrechtlich möglich ist, ob etwas verhältnismäßig ist oder nicht, darauf möchte ich überhaupt nicht eingehen, weil es uns in der derzeitigen Akut-Situation keinen Zentimeter weiterbringt.
Meine Eltern hatten beide eine COVID-19 – Infektion und hatten einen sehr milden Verlauf, einige „fitte” Bekannte und Freunde haben mit Langzeitfolgen zu kämpfen und einen guten Freund und Weggefährten, in meinem Alter, hat die Infektion auf die Intensivstation gebracht, er ist in der Folge verstorben. Die Folgen einer Infektion sind einfach unvorhersehbar in alle Richtungen. Das sollte unstrittig sein.
Ich habe mich impfen lassen, da ich Vater eines Sohnes bin, Mann meiner Ehefrau bin, Sohn meiner Eltern bin und weil ich mich für einige Menschen in meiner Umgebung verantwortlich fühle. Krank, nachhaltig durch Langzeitfolgen geschädigt oder tot kann ich dieser Verantwortung nicht nachkommen. Für mich persönlich hätte auch nur eine 20 %ige Minimierung des Risikos für einen „schweren Verlauf”, für mich und meine Umgebung ausgereicht, um mich für eine Impfung zu entscheiden. Das war eben meine höchstpersönliche Entscheidungsgrundlage.
Ich hätte daher nur eine Bitte an meine Freunde und mein Umfeld, welches sich bis jetzt gegen eine Impfung entschieden hat:
„Solltet ihr, bei möglichst sachlicher Betrachtung und in Kenntnis der derzeitigen Situation in den Krankenanstalten sowie in Kenntnis der Auswirkung der „Maßnahmen” auf unsere Gesellschaft, in einer Impfung auch nur eine geringe Möglichkeit sehen, zu einer Verbesserung beitragen zu können, dann lasst Euch bitte impfen!”
Jene, die sich weiterhin gegen eine Impfung entscheiden, bitte ich, sich auch ohne Impfung so verantwortungsvoll wie möglich zu verhalten, um unterstützend zu einer Verbesserung der derzeitigen Infektionslage beizutragen. Alle Hetzer auf beiden Seiten, sämtliche vorsätzliche Panikmacher und wissentliche „Falschgerüchte-Spreader” sowie vermeintliche politische Profiteure der aktuellen Krise, bitte ich, nach einem Blick in den moralischen Spiegel, einfach die Klappe zu halten!”
Allein der Gedanke an die Notwendigkeit einer Impfpflicht, stellt für mich persönlich die größte gesellschaftspolitische Niederlage in der Geschichte der Zweiten Republik dar! Ich hoffe nicht, dass es so weit kommen muss und uns eine vielleicht irreversible Spaltung unserer Gesellschaft erspart bleibt.
Bleibt bitte alle gesund und angesichts der Lage möglichst zuversichtlich! So komplexe Herausforderungen verbunden mit einer unglaublichen Dynamik, können nur gemeinsam und mit einem bedingungslosen gesellschaftlichen Zusammenhalt ohne Ausgrenzung Einzelner, gemeistert werden.
Sport sollte verbinden und ist eine unglaubliche Lebensschule. Wir sollten uns alle in der Verantwortung sehen, den Weg für eine Rückkehr zum gewohnten Alltag unserer HSV-family und vor allem für einen besseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, zu unterstützen.
Mit sportlichen und lieben Grüßen!

Euer HSV-Präsident
Gerald Florian